31.08.2018 / Artikel / /

Begrüssenswerter Systemwechsel beim Eigenmietwert

Lesermeinung zur Abschaffung des Eigenmietwertes

Seit mehreren Jahren steht der Eigenmietwert für selbstbenutzte Wohnhäuser und Wohnungen im politischen Schussfeld. Dieses steuerliche Konstrukt ist für viele Betroffene – und immer mehr auch für Eigentümer im Pensionsalter  – ärgerlich, nicht leicht zu verstehen und sorgt für Kontroversen und administrativen Aufwand. Viele ältere Hauseigentümer haben die Hypotheken ganz oder teilweise abbezahlt. Sie können bei den Steuern deshalb entsprechend weniger abziehen. Der Eigenmietwert wurde aber im Laufe der Jahre in den meisten Kantonen erhöht, was für die betreffenden Hauseigentümer stossend ist. Deshalb ist eine Korrektur unerlässlich. Dass sich die Wirtschaftskommission (WAK) des Ständerates nun für einen gründlichen, jedoch möglichst haushaltneutralen Systemwechsel ausgesprochen hat, begrüsst der Vorstand der Schweizerischen CVP60plus.

Das viel kritisierte „Feindbild Eigenmietwert“ soll einem kompletten Systemwechsel  Platz machen. Die WAK-Ständerat hat dazu bereits erste Eckpunkte gesetzt. Wichtig ist dabei, dass für Ersterwerber von selbstwohnten Liegenschaften – dazu gehören oftmals junge Familie – ein vorübergehender Schuldzinsabzug mit gestaffelter Reduktion ernsthaft geprüft wird. Aus generationenübergreifender Sicht befürwortet die CVP60plus derartige eigentumsfördernde Regelungen als familienpolitisch erstrebenswert. Die Möglichkeit eines steuerlichen Abzugs für energiesparende und umweltrelevante Investitionen soll den Kantonen überlassen werden.

Die Chancen für einen Systemwechsel sind angesichts der tiefen Hypothekarzinsen besser als noch vor Jahren. Wie der Vorstand der CVP60plus Schweiz anerkenne ich den Reformwillen der WAK-Ständerat und hoffe auf eine zügige Umsetzung bei Bundesrat und im Eidgenössischen Parlament. 

Peter R. Hofmann, Geschäftsstellenleiter CVP 60+ Schweiz, 6315 Oberägeri